Story - 07.06.2016 - Das politische „Haifischbecken“

Durch unsere ehrenamtliche Politik in jungen Jahren, Mitgleid im Kreistag, Verbandsgemeiderat, Gemeindrat, usw., hatten wir 1976 die Chance als hauptberuflicher Landesgeschäftsführer der CDU KPV in Mainz tätig zu werden. Ein neues prägendes Erlebnis.

Wir hatten in unserem Dorf gelernt den Lehrer, Pfarrer, Bürgermeister, usw. immer freundlich zu grüßen und es war denen gegenüber eine gewisse Ehrfurcht vorhanden.

Jetzt also zu den „Großen“ in der Politik.
Mit einer großen Neugier und Ehrfurcht traten wir also unseren Dienst in Mainz an. Helmut Kohl war Ministerpräsident und Landesvorsitzender der CDU in RLP. Bernhard Vogel, Heinz Schwarz, Otto Meyer, Heiner Geißler und andere mehr waren Minister in Rheinland Pfalz mit einer satten Mehrheit für die CDU.
In den ersten 3 Monaten waren wir voller Ehrfurcht vor diesen „hohen Tieren“, bis wir merkten, das sind ja auch nur Menschen, die die gleichen Ängste haben um nichts falsch zu machen.

Dann kam der Bundestagswahlkampf 1976
Helmut Kohl kandidierte als Spitzenkandidt der Bundes CDU. Hier hatten wir natürlich als Landes-CDU einen großen Anteil daran, dass im Wahlkampf alles richtig und ordentlich rundlief. Es wurde zu dieser Zeit nicht lange gefragt ob Feierabend sei oder ob Samstag oder Sonntag gearbeitet werden musste. Es wurde fast rund um die Uhr gearbeitet. Denn wir alle wollten ja den Sieg und Erfolg von Helmut Kohl.

Wenn er auf Wahlkampfour in Rheinland-Pfalz war, kam er des nachts immer in die Landesgeschäftstelle. Dann wurde die Arbeit unterbrochen, die Druckmaschinen wurden abgestellt und es kam guter Wein auf den Tisch. Er wollte dann von uns erfahren, ob alles gut gelaufen sein und was er noch verbessern könne. Heute nennt man das Feedback. Das haben wir ihm immer hoch angerechnet.

Bei Großveranstaltungen wichtiger Politiker vor Ort in Rheinland-Pfalz, flogen wir immer 3 Stunden vorher zum jeweiligen Veransstaltungsort um die örtliche Organisation zu unterstützen.
Kurt Biedenkopf war zu dieser Zeit Generalsekretät der Bundes-CDU und ja etwas klein geraten. Dann war es z. B. notwendig ein zusetzliches, nicht sichtbares Podest auf die Rednertribühne zu bauen, um gut zu wirken.

Franz Josef Strauß war immer dann besonders gut, wenn er Störer in seinen Veranstaltungen hatte. Bei einer Abendveranstaltung in Frankenthal waren nur „Parteigläubige“ in der Halle. So haben wir uns hinten in die Halle gestellt und gepfiffen. Uns kannte ja kaum einer, wir waren ja nur die Macher im Hintergrund.
Nach der letzen Abendveranstaltung mit Franz Josef Strauß ging es anschließend immer in ein „Brauhaus“. Dann wurden die Jacken ausgezogen, die Ärmel hochgekrempelt und kräftig Bier getrunken.

In dieser Zeit haben wir für unser Leben sicherlich viel gelernt. Sie hat uns stark geprägt und wir haben gelernt „Politiker sind auch nur Menschen“.

Danke fürs Lesen.

Ihr/Euer ProblemLöser für Ihre vertrieblichen Aufgaben

Friedel Mies

fmies@vertriebsnews.net

Tel 02683 945910

   Friedel Mies   
Vertriebstipps
  
50plus-x Tipps
  
Storys
auch zum schmunzeln