Story - 21.12.2015 - Weihnachten Anfang der 50ziger Jahre

Die Bescherung an Heilig Abend musste immer sehr früh am Nachmittag stattfinden, da mein Bruder 1946 und ich 1943 geboren, denn wir waren schon Pontifikalmessdiener im Zisterzienzer Kloster Marienstatt im Westerwald.

Die Bescherung fiel bei 4 Kindern, Vater Bergmann, Mutter Hausfrau, eigenes Haus, sehr bescheiden aus. Für uns beiden „größeren“ einen neuen Füllhalter für die Schule, oder ein Kinderbuch, für die „Kleinen“ einen eigenen Kreisel oder ein Spiel mit Holzklötzchen.

War die Bescherung gegen 17 Uhr beendet, zogen wir beiden „Großen“ zu Fuß zum Kloster. Dort mussten um 18 Uhr alle vier Glocken geläutet werden. (Seilzug mit Hand)
Wer zuerst im Kloster war, durfte die größte Glocke ziehen und läuten. Das war an diesem Tag eine besondere Ehre für uns.

Gegen 22.30 Uhr zogen die rund 40 Mönche zu Ihrem Chorgebet und gregorianischen Gesängen in das Chorgestühl der Basilika ein. Allein das war schon ein Ohrenschmaus, obwohl wir den Text nicht verstanden. Dabei füllte sich die Basilika zur Christmette um 24 Uhr und „platzte irgendwann aus allen Nähten“.

Der Kirchenchor mit rd.100 Männerstimmen stimmte dann gegen 23.30 Uhr deutsche Weihnachtslieder an, bis dann gegen kurz vor Mitternacht alle zusammen in das bekannteste Weihnachtslied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ einstimmten. Auch uns Kindern lief es „kalt den Rücken runter“, oder es wurde auch, aus der Stimmung heraus, manchmal eine Träne verdrückt.

Nach der Christmette gegen 2 Uhr früh mussten in dieser Nacht alle Mönche 3 heilige Messen lesen, sodass wir als Messdiener bis früh morgens stark beschäftigt waren. Gleichzeitig mussten wir aber um 9.30 Uhr wieder das feirliche Hochamt ministrieren. Und es war für uns Brüder eine große Ehre als Pontifikalministranten Mitra und Stab tragen zu dürfen.

Dabei waren wir immer hellwach und konzentriert, ohne zu schlafen. Heute würden wahrscheinlich Strafanzeigen wegen „Ausnutzung und Kinderarbeit“ Minderjähriger gestellt. Uns hat das viel Spaß und Freude bereitet.

Ganz wichtig war natürlich, dass uns von dem ein oder anderen Mönch Schokolade geschenkt wurde, und wir am Mittag, nach 18 Stunden Abwesenheit, müde aber mit mehreren Tafeln Schokolade zu Hause ankamen um dann die Schokolade mit Eltern und Geschwistern geteilt wurde.

Diese Erlebnisse in der heiligen Nacht haben und werden wir nie vergessen. Diese haben uns auch sehr geprägt. Deshalb sind wir auch gut geerdet und mit den Füßen auf dem Boden geblieben, weil wir wissen, wie sehr man sich auch über Kleinigkeiten freuen kann.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und für 2016 ein herzliches
„Glück auf“!


Danke fürs Lesen.

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